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Verpflichtender Energiekostenvergleich für Tankstellen

Verpflichtender Energiekostenvergleich für Tankstellen

Welcher Kraftstoff ist am günstigsten? Mit dieser Frage beschäftigen sich Autofahrer seit Jahrzenten. Aufgrund der unterschiedlichen Einheiten der Kraftstoffe - wie Liter, Kilogramm, Kilowattstunden und Kubikmeter – gestaltete sich bislang der Vergleich der Energiekosten für den Endverbraucher als äußerst schwierig.

Bereits in 2014 beschlossen, hat das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) nun die EU-Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe umgesetzt.
Zukünftig vierteljährlich wird auf den Seiten des BMWi eine Grafik zur Verfügung gestellt, in der die Kosten der Energieträger Super-Benzin, Diesel, Strom, Erdgas H, Autogas und Wasserstoff direkt verglichen werden. Die Veröffentlichung des Aushangs ist darüber hinaus für Tankstellen ab dem 1. Oktober 2021 verpflichtend.

In der Grafik werden die Kosten in € je 100 gefahrener Kilometer für zwei verschiedene Fahrzeuggrößen (Kleinwagen/Kompaktklasse sowie Mittel-/Oberklasse) gegenübergestellt.

 

Wo findet man den Vergleich?

Große Tankstellen mit mehr als sechs Mehrproduktzapfsäulen sind ab dem 01.10.2021 verpflichtet, den Kostenvergleich sichtbar an mindestens der Hälfte ihrer Zapfsäulen oder im Verkaufsraum auszuhängen.

Der Energiekostenvergleich lässt sich darüber hinaus über die Seite des BMWi abrufen: https://www.bmwi.de

 

Wer ist der „Kosten“sieger“?

Im Vergleich zeigt sich, was Autogasfahrer schon lange wissen: Autogas ist DIE Alternative.

Vergleicht man beispielsweise die Kosten von Autogas mit denen von Super-Benzin oder Diesel, ergibt sich eine hohe Kosteneinsparung.
In der Kleinwagen-/Kompaktklasse spart das Fahren mit Autogas gegenüber Super-Benzin 4,17 € bzw. 45 % der Kosten. Gegenüber eines Dieselbetriebenen Fahrzeugs sind dies 1,46 € je 100 km bzw. 22 %.

In der Mittel-/Oberklasse ergibt sich ein noch deutlicherer Sparvorteil. Gegenüber Super-Benzin werden hier 6,46 € je 100 km bzw. 57 % der Kosten eingespart. Im Vergleich zum Dieselbetrieb sind es 2,52 € bzw. 34 % der Kosten.

 

Elektroauto oder LPG?

Ein noch höheres Sparpotential hat nach der vorliegenden Grafik nur noch das Fahren mit Strom. Hier werden aber im Vergleich der Mittel-/Oberklasse zu LPG/Autogas nur magere 1 % bzw. 0,12 € je 100 km eingespart. Reine E-Autos profitieren zwar momentan von einer staatlichen Prämie, können aber langfristig dem Kostenvergleich mit LPG/Autogas-Fahrzeugen nicht standhalten.

Kritisch gesehen wird die veröffentlichte Grafik auch vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV).
In einem Interview mit der Welt am Sonntag kritisiert Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer der MWV, dass „bei E-Fahrzeugen der durchschnittliche Haushaltsstrompreis zugrunde gelegt ist“.

Über die Wallbox am Hausstrom lädt das E-Auto aber tarifabhängig deutlich günstiger als an einer öffentlichen und meist auch schnelleren Ladesäule. Zudem gründet sich der Vorteil aus geringeren Steuern und Abgaben auf den E-Kraftstoff und hohe Kaufpreisprämien bei der Anschaffung eines reinen E-Autos. Autogas kann hingegen in benzinbetrieben Neu- und Gebrauchtfahrzeugen nahezu jeden Alters nachgerüstet werden.